Der Küchenabfluss stinkt, und man weiß nicht so genau, wo anfangen. Hausmittel ausprobiert, kurz besser, dann wieder da. Das kennen viele. Das Problem ist meistens nicht, dass man das Falsche gemacht hat – sondern dass man zu früh aufgehört hat oder einen Schritt übersprungen hat, der eigentlich entscheidend wäre.
Diese Anleitung geht den Weg von einfach nach gründlich. Wer Schritt für Schritt vorgeht, findet in den meisten Fällen die Ursache – und beseitigt sie dauerhaft.
Schritt 1: Abfluss spülen und beobachten
Bevor irgendetwas gereinigt wird, kurz beobachten: Wann riecht es? Nur wenn Wasser läuft? Dauerhaft? Erst nach dem Kochen? Das gibt schon einen ersten Hinweis auf die Ursache.
Dann heißes Wasser für zwei bis drei Minuten laufen lassen. Manchmal reicht das, um leichte Fettreste zu lösen und kurzfristig Erleichterung zu bringen. Wenn der Geruch danach vollständig weg ist, war es ein kleines Problem. Wenn nicht – weiter zu Schritt 2.
Schritt 2: Natron und Essig einsetzen
Drei bis vier Esslöffel Natron direkt in den Abfluss geben, dann etwa 100 ml Essig hinterherschütten. Den Abfluss abdecken – ein feuchtes Tuch oder ein Stöpsel reicht – damit die Reaktion ins Rohr wirkt und nicht nach oben entweicht. Mindestens 15 Minuten einwirken lassen, dann mit heißem Wasser nachspülen.
Wichtig: Die Einwirkzeit wirklich einhalten. Wer nach fünf Minuten ungeduldig wird und nachspült, hat wenig davon. Die Wirkung entfaltet sich erst mit etwas Zeit.
Wenn der Geruch danach deutlich besser ist, aber nicht ganz weg: Schritt 2 ein zweites Mal wiederholen, dann eine Nacht abwarten.
Schritt 3: Den Siphon reinigen
Wenn Natron und Essig nicht dauerhaft helfen, ist der Siphon meist der Schuldige. Das gebogene Rohrstück unter der Spüle sammelt über Zeit Fettreste und organischen Belag – das ist schwer mit Hausmitteln zu erreichen.
Den Siphon ausbauen ist einfacher als es klingt: Einen Eimer darunter stellen, die Überwurfmuttern von Hand aufdrehen, den Siphon herausnehmen. Was dann zum Vorschein kommt, erklärt in den meisten Fällen sofort den Geruch.
Den Siphon gründlich ausspülen und mit einer Siphon-Reinigungsbürste innen schrubben – normale Spülbürsten kommen an die gebogene Form nicht heran. Danach wieder einsetzen, Dichtungen prüfen, fertig.
Schritt 4: Tiefer ins Rohr
Wenn der Siphon sauber ist und es trotzdem riecht, sitzen die Ablagerungen weiter unten im Abflussrohr. Fett, das flüssig eingespült wurde, kühlt im Rohr ab und setzt sich an den Wänden ab. Mit der Zeit wird der Belag dicker und beginnt zu riechen.
Hier hilft nur mechanische Reinigung. Eine Rohrreinigungsspirale wird durch den Abfluss ins Rohr eingeführt und löst Ablagerungen, die mit Flüssigkeiten nicht erreichbar sind. Das klingt aufwändiger als es ist – für den Hausgebrauch gibt es handliche Spiralen, die ohne Werkzeug funktionieren.
Schritt 5: Geruch nach der Reinigung kontrollieren
Nach der Reinigung von Siphon und Rohr noch einmal heißes Wasser durchlaufen lassen und einen Tag abwarten. Wenn jetzt nichts mehr riecht – erledigt.
Wenn der Geruch nach Kanal bleibt, obwohl alles gereinigt wurde, könnte der Geruchsverschluss im Siphon nicht richtig funktionieren. Das passiert, wenn der Siphon nicht korrekt eingesetzt ist oder wenn die Dichtungen nicht mehr dicht halten. In diesem Fall den Siphon noch einmal ausbauen und beim Einsetzen auf festen Sitz und intakte Dichtungen achten.
Was danach hilft: dranbleiben
Ein einmaliges gründliches Reinigen löst das Problem meistens – aber verhindert nicht, dass es in einigen Monaten wiederkommt. Wer ein- bis zweimal pro Woche etwas heißes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel durch den Abfluss laufen lässt, hält den Belag dauerhaft gering. Kein großer Aufwand, aber ein spürbarer Unterschied.